"Da werden nicht nur Verkehrsströme radikal auf den Kopf gestellt, sondern massiv in die Anlage eingegriffen. So sollen z.B. Teile der Hauptstraße und Georg-Pingler-Straße für den durchfahrenden Verkehr gesperrt, der Wochenmarkt in den Park verlegt werden, und in den ehemaligen Rosengarten will man einen neuen Kiosk bzw. ein Café bauen. Damit keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden, sollte der Wochenmarkt weiterhin Teil des Parkplatzes und in der Nähe zur Fußgängerzone bleiben. Durch Veränderungen der Zu- und Abfahrten könnten Parkplatzverluste vermieden werden und neue Bäume die Fläche auflockern. Ein Austausch der Teerdecke durch Rasensteine sollte ebenfalls geprüft werden.
Um den Negativfolgen konzeptionsloser Gestaltungswut vorzubeugen, schlägt Thomas Villmer einvernehmlich mit den Königsteiner Sozialdemokraten folgendes Grundkonzept vor: Familienfreundliche Gestaltung unter größtmöglicher Bewahrung der historisch gewachsenen Anlage und mit größtmöglicher finanzieller Zurückhaltung. Zumal schon jetzt die Anlage weit mehr Passanten verzeichnet als vor der Einweihung der Stadtgalerie.
Wir wollen in die historische Anlage und ihre gewachsenen Wege möglichst wenig eingreifen, sondern nur das Besondere an ihr wieder mehr hervorheben. So soll die Blickachse, die schräg von der Ecke Adelheidstraße-Klosterstraße in Richtung Altstadt einen einmaligen Blick auf die Burg gewährt, wiederhergestellt werden.
"Heute ist der Blick durch Bäume verstellt, die zum Teil dort gar nicht hingehören" hofft Thomas Villmer auf die Einsicht baumliebender Mandatsträger, hier vorsichtig mit der Axt eingreifen zu dürfen. Ebenso soll die alte Klostermauer des einstigen Kapuzinerklosters wieder deutlicher sichtbar werden. Auch den alten Rosengarten wieder erstehen zu lassen, ist eine Option.
"Als weitere wichtige Maßnahme sehen wir den Neubau des Kiosk mit behindertengerechten Toiletten und nach modernstem Standart. Dabei kann der Kiosk durchaus in der Nähe des alten Standortes bleiben. Keinesfalls darf er aber wieder zur Schmuddelecke verkommen oder zum Treffpunkt für randalebereite Jugendliche. Dieses Problem müssen wir lösen", meint Gabriele Klempert und fordert mehr nachhaltige soziale oder polizeiliche Maßnahmen zur Beruhigung der Stadtmitte.
"Für uns steht aber die Familienfreundlichkeit im Vordergrund" konkretisiert Villmer das Konzept: "Tun wir in der Stadtmitte etwas für die Familien, kommen auch mehr Besucher und Kunden", ist sein Fazit. "Dazu gehören die Einrichtung eines Spielplatzes oder einer Spielwiese, ebenso wie ausreichend Sitzbänke und kleine Ruhezonen, optimal wäre," so Thomas Villmer, "der Bau eines kleinen Colosseums, eines Mini-Amphitheaters im Zentrum der Anlage und mit Blick auf die Burg indem für alle Altersgrupppen Kleinkunst angeboten wird, oder man einfach im Herzen der Stadt zwischen den Einkäufen eine Zeit der Muße verbringen kann.
"Bei allen Planungen der Anlage muss die Verkehrssituation in der Innenstadt akribisch beachtet werden" so Hartmut Paulsen. "Schon jetzt kommt es rund um die Stadtgalerie immer wieder zu Staus. Zusätzliche Ein- und Ausfahrten am Parkplatz über die Klosterstraße würden die Situation weiter verschärfen. Bei einer Öffnung der Klosterstraße für den Gegenverkehr wären weitere Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Fußgänger notwendig und damit der Verkehr kaum noch zu regeln. Aus Sicht der Sozialdemokraten sollte der Parkplatz-Ausgang weiterhin Richtung Frankfurter Straße erfolgen.
"Positiv ist, dass die Diskussion nun eröffnet ist", meinen die Sozialdemokraten und hoffen, dass das Konzept der SPD auf fruchtbaren Boden fällt. Schließlich ist es bürgernah, umweltfreundlich und sparsam.



