Wenn nur 50 Jugendliche die Beratungsstelle aufsuchen, reicht eine stationär angebotene Beratung, wie sie der Hochtaunuskreis anbietet bei weitem nicht aus, ist die Ansicht der Vorsitzenden der AG, Gabriele Klempert. Um die jungen Konsumenten zu erreichen, muss man sie dort aufsuchen, wo sie sich aufhalten.
Dass die Forderung der Hochtaunus-SPD nachvollziehbar und belegbar ist, geht sogar aus dem Drogenbericht selbst hervor.
Dort verweist man erstmals in diesem Jahr nicht mehr nur auf die Arbeit der "Mobilen Beratung", sondern nennt diese "Aufsuchende" Mobile Beratung. Dabei sind deren Sozialarbeiter aber weiterhin nur stationär aktiv und gehen keineswegs dorthin, wo die gefährdeten Jugendlichen sich aufhalten. Dieses Angebot als "Aufsuchende Beratung" zu bezeichnen, hält Gabriele Klempert darum für eine Mogelpackung. Auch wenn das Rauch- und Alkoholverbot in Discos und Jugendzentren sinnvoll erscheint, wird es das Problem Drogen konsumierender Jugendlicher nicht lösen. Diese treffen sich fern jeder Beratungssituation verstärkt in Grünanlagen, Häuserecken oder anderen, häufig sogar wechselnden öffentlichen Plätzen.
Vier Kommunen im Landkreis (Neu-Anspach, Usingen, Bad Homburg und Königstein) haben das Problem erkannt und schicken inzwischen Streatworker aus, die die Jugendlichen aufsuchen und beraten. Diese Maßnahmen der Suchtberatung sollte der Kreis endlich auch finanziell unterstützen, fordert auch der Unterbezirksvorsitzende der SPD, Matthias Bergmeier und mahnt: "Mit den dafür erforderlichen beträchtlichen Personalkosten darf man die Kommunen nicht allein lassen. Dies ist durchaus Sache des Kreises, schon deswegen, weil sich die Drogen konsumierenden Jugendlichen kaum an Gemeindegrenzen halten.



