Wollte die CDU vor einigen Wochen wenigstens noch den Sockel und damit den Ort des HdB erhalten, fasst sie nun wieder einen Neubau an ganz anderer Stelle ins Auge. Doch dazu gab man im Ausschuss weder Zahlen noch Angaben über einen Entwurf bekannt, noch wurde über ein konkretes Grundstück gesprochen. "Die CDU will wieder bei Null anfangen", wundert sich Hartmut Paulsen über das Hin und Her der Christdemokraten.
Seinen Verzicht auf eine Sanierung des HdB begründet Dr. Wiesehöfer damit, dass die Vereine im neuen HdB keinen ausreichenden Platz finden würden. "Richtig ist, dass die Planungen des Vereinsbedarfs noch gar nicht begonnen haben," korrigiert Thomas Villmer den Sachverhalt: Wir werden uns dafür einsetzen, dass das HdB auch ein Haus der Vereine wird. Und selbstverständlich gehen wir davon aus, dass das neue HdB gut zahlende Nutzer findet. Diese können die jährlichen Defizite von geschätzten 150.000 EUR sogar noch mindern, was wiederum den Vereinen zugute käme. Ohnehin ist die Stadt verpflichtet, ihre Vereine zu fördern. Zum Wohle vieler dürfte das HdB als Modell eines sanierten Denkmals und als Niedrigenergie-Haus in ganz Deutschland eine Aufmerksamkeit ereichen, die wir noch gar nicht abschätzen können. Das kann ein Neubau mit Sicherheit nicht leisten, der - keiner weiß wo - in der Stadt gebaut werden soll.
Gabriele Klempert wundert sich über die Ignoranz der CDU und FDP zum Bürgerbegehren. "Das Bürgerbegehren zum Erhalt des HdB sowie die vielen positiven Leserbriefe in der Presse und auf der Bürgerversammlung scheinen den Fraktionskollegen offenbar nicht so wichtig zu sein. Das Urteil Wiesehöfers, das HdB sei ein "vermeintlich historisch wertvolles Gebäude" mit einer "vermeintlich schönen" Ästhetik ignoriert alle Aussagen des Landesdenkmalamtes sowie verschiedener Kenner der Architektur, Kunst und Denkmalpflege.
Angesichts des großen Interesses in der Königsteiner Bevölkerung und der jetzt anstehenden, unwiederholbaren Chance, mit Hilfe des Modellprojektes der KfW das HdB zu sanieren, empfiehlt Hartmut Paulsen seinem Kollegen der CDU und FDP den Fraktionskollegen doch wenigstens die Freiheit zu lassen, nach ihrem Gewissen zu entscheiden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Fraktionsmitglieder das Votum der Bürger ähnlich sehen wie ihre Chefs.



