"Wir brauchen aber für Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum und wollen, so der Fraktionsvorsitzende Hartmut Paulsen, dass die städtische Immobilie in der Georg-Pingler-Straße im Besitz der Stadt bleibt".
Das ist sowohl für eine soziale Ausgewogenheit von Bedeutung, als auch für viele Königsteiner Unternehmen wichtig, die angesichts steigender Fahrtkosten immer schwerer Mitarbeiter finden. Und auch immer mehr ältere Königsteiner mit bescheidenen Renten werden zunehmend bezahlbaren Wohnraum nachfragen.
Schon lange weist die Industrie- und Handelskammer zu Recht daraufhin, dass bezahlbarer Wohnraum einen nicht unbedeutenden Faktor im Wettbewerbs-Ranking darstellt. Da ist es nicht nachvollziehbar, wenn Königstein diesen Faktor völlig außer Acht lässt. "Angesichts fehlender Mittel für den Bau neuer preiswerter Wohnungen können wir uns den Luxus, den letzten preiswerten Wohnraum zu verkaufen, gar nicht leisten" erläutert Gabriele Klempert dieses Paradoxon betriebswirtschaftlichen Rechnens.
Das Haus, Georg-Pingler-Straße 13, unmittelbar am Parkplatz gelegen, ist zurzeit wahrlich kein Schmuckstück und müsste innen wie außen saniert werden. Dazu sollte man das Notwendige tun, um den Wert des Hauses zu erhalten und ohne die Mieter zu vertreiben, rechnet Stefan Kilb weiter. Angesichts der noch anstehenden Innenstadtgestaltung werden aber in wenigen Jahren die Begehrlichkeiten und folgend die Immobilienpreise vermutlich steigen. Da sich der Erlös einer Immobilie u.a. auch am Umfeld orientiert, wäre der Zeitpunkt für einen Verkauf jetzt schlecht gewählt".
Ein Kompromiss wäre es, stellt die SPD zur Diskussion, dem Kaufinteressenten des Hauses das Erdgeschoss zu übertragen und gewerblich nutzen zu lassen, jedoch die Wohnungen der Obergeschosse bei der Stadt zu belassen.



