Weil das Wasser von der Natur gegeben, aber von Menschen genutzt wird, haben sich die Sozialdemokraten über die aktuelle und künftige Beschaffenheit und Vorräte informieren wollen.
Der Billtal-Stollen, mit Aufbereitungsanlage und Hochbehälter wurde 1914 eingeweiht und liegt wenige Gehminuten vom Ölmühlweg oberhalb der "Nepomukkurve". Das im Jugendstil erbaute Wasserwerk wurde sowohl innen als auch außen 1999<s> </s>gründlich saniert und ist zusammen mit dem nahe gelegenen Stoltze-Plätzi auch optisch einen Ausflug wert.
So gepflegt wie das Werk anzusehen ist, so gepflegt geht es auch innen zu. Das Königsteiner Wasser besitzt eine hervorragende Qualität und nimmt es mit jedem Mineral- oder Tafelwasser auf. "Die jüngsten Meldungen über erhöhte Uranwerte sind für Königstein völlig bedeutungslos", versichert Stefan Ernst auf Nachfrage von Hartmut Paulsen und verweist auf die Untersuchungen, die in Königstein vorgenommen und über die auch von den Stadtwerken in der Presse berichtet wurde. "Die Königsteiner können ihr Geld sparen, wenn sie einfach für ihr Trinkwasser den Wasserhahn aufdrehen und sogar für Babynahrung ist das nitratarme Wasser bestens geeignet" freut sich die SPD-Vorsitzende Gabriele Klempert.
Das Königsteiner Wasser wird aus vier 7 Tiefbrunnen, 2 Schürfungen (oberflächennahe Horizontalfassungen, in denen Wasser über die darüberliegende Bodenschicht gefiltert und dann über gelochte Tonrohre in einen Sammelschacht geleitet wird) und 4 Stollen über ein 114 km langes Rohrleitungsnetz zu den Abnehmern<s> </s>geleitet wird. Rund 60% des Wassers kommen aus den Stollen, der andere Teil aus Tiefbrunnen und nur ca. 10 % der Gesamtmenge werden über den Wasserbeschaffungsverband Taunus bezogen.
Die Nutzung früherer Quellen, wie z. B. auf dem Rothschildgelände, der Villa Andreae oder die private Nepomukquelle sind für eine kommunale Nutzung unrentabel. Als Mineralwasser-Lieferant wird auch die schwefelhaltige Kronthalquelle geschätzt, während die Haderheck-Quelle mit ihrem stark eisenhaltigen Wasser zurzeit nicht mehr genutzt wird.
Die kommunal förderbaren Wassermengen sind folglich begrenzt.
Hörte man noch zu Georg Pinglers Zeiten das Wasser in den Bächen fröhlich rauschen, ist es heute fast still geworden. Grund dafür ist die Bebauung und Versiegelung des Bodens. Anstatt im Boden zu versickern und uns dort als Vorrat zu dienen, fällt der Regen auf Asphalt und Steine und nimmt von dort den Weg direkt in die Kanalisation.
Auch wenn täglich 120 bis 140 Liter pro Kopf durch die Leitungen laufen, sind die Wasservorräte für die Königsteiner dennoch gesichert, vergewissert sich Horst Walz, der die Führung initiiert hatte. "Insgesamt ist der Verbrauch sogar zurückgegangen" berichtet Stefan Ernst.
Dass zu jeder Stunde das Wasser in die Haushalte kommt, dafür sorgt ein 24h-Bereitschaftsdienst. 30 bis 40 Mal im Jahr müssen die diensthabenden Wasserwerker außerhalb der normalen Arbeitszeit in den Einsatz. Meist sind es Wasserrohrbrüche, die einen Druckabfall auslösen oder es werden drei Schwimmbäder zugleich gefüllt, dann löst sich das Problem von allein.
In Notsituationen wie Feuer oder extrem trockene Sommer, sorgt eine Brandreserve in den Hochbehältern für das notwendige Nass.
Wasser ist Leben. Und weil das so ist, darf die Wasserwirtschaft nicht der Privatwirtschaft überantwortet werden, waren sich am Ende alle einig. Die Stadtwerke arbeiten als Eigenbetrieb der Stadt im Gegensatz zur Privatwirtschaft nicht gewinnorientiert sondern grundsätzlich kostendeckend über die Gebühreneinnahmen.
Und was man mit Wasser noch alles machen kann, dafür gab Hartmut Paulsen ein Beispiel. Er rechnet inzwischen mit einem umweltfreundlichen, wasserbetriebenen Taschenrechner.



