Das fragten sich die Königsteiner Sozialdemokraten, nachdem Bürgermeister Helm am Samstag den Kauf des Gasselink Areals öffentlicht verkündete, um die Umsiedlung des Bauhofes zu realisieren.
Und so standen am Samstag die Telefone der Königsteiner SPD-Politiker nicht mehr still. „Denn wie ist es möglich, wurde gefragt, bei einem prognostizierten Schuldenstand im städtischen Haushalt von über 6 Mio. EURO für 2008 jetzt mal kurz 1,8 Mio. EURO für ein neues städtisches Gelände auszugeben?“ Dass dieser neue Deal von Bürgermeister Helm die volle Unterstützung der CDU- und ALK-Fraktionen hat, sei öffentlich ebenfalls noch nicht erklärt.
Für die SPD-Fraktion ist die Grund-Idee, den Bauhof zentraler zu legen und damit die Arbeitsfähigkeit des Bauhofes für Kernstadt und Stadtteile zu verbessern zwar gut nachvollziehbar und unterstützenswert.
Die Frage muss aber auch erlaubt sein und öffentlich gestellt werden, ob mit dem Kauf des Gasselink-Geländes die Stadt Königstein in ein neues Investitionsabenteuer reinschlittert.
Die relevanten Fakten der Sozialdemokraten liegen auf dem Tisch: Der Umzug des Betriebshofes wird Kosten nach sich ziehen, die weit über die erwähnten 1,8 Mio. EURO hinaus gehen. Im Gasselink-Gelände sind bauliche Veränderungen notwendig, ein Umzug des Bauhofes oder auch Teile der Stadtwerke wird weitere Kosten verursachen. Aktuelle Verträge in Bezug auf den aktuellen Standort können unter Umständen nicht kurzfristig gekündigt werden, Investitionen im Bereich der Zufahrtswege werden wahrscheinlich. Vollkommen ungeklärt scheint auch der Verbleib des Wertstoffhofes für Königstein.
Dieser realistischen Kostenseite stehen natürlich mögliche Einnahmen beim Verkauf des jetzigen Geländes gegenüber. Um dieses Gelände dann eventuell zukünftig für die Wohnbebauung zur Verfügung zu haben, müssten aber von der Stadt in weitere Infrastrukturmaßnahmen investiert werden.
„Den politischen Parteien im Stadtparlament sind bis heute keine diesbezüglichen Kosten-Nutzung- bzw. Wirtschaftlichkeitsrechnungen vorgelegt worden. Geblendet von der wohlgemerkt schicken Idee, ist die Wahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Flops immerhin möglich“, mahnt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hartmut Paulsen. Dass jetzt nach dem Kauf des neuen Geländes eine Kommission des Stadtparlamentes helfen soll, den Bauhof neu zu organisieren, ist in der Sache löblich, aber was die Zeitfolge anbelangt wirtschaftsunüblich.
Für die SPD wäre es richtiger gewesen und entsprechende Anfragen wurden mehrmals gestellt, nach der nicht enden wollenden Kritik an der Arbeit des Bauhofes, die Kommission mit externer Unterstützung arbeiten und Ergebnisse vorstellen zu lassen und daran anschließend an die Frage zu gehen, welche Grundstücke man braucht, welche Fahrzeuge notwendig sind etc., um die Arbeit des neugestalteten Betriebshofes zu optimieren Leider wurde wieder der zweite vor dem ersten Schritt getan.