Mit sechzehn Jahren trat Franz Heeg 1931 der damals noch tschechoslowakischen Schwesterpartei bei und blickt heute auf 75 Jahre Mitgliedschaft in der SPD zurück. Noch heute, mit 91 Jahren, wird der Franz quicklebendig, wenn es um die Politik geht. Besonders die Königsteiner Belange interessieren den Senior der SPD noch heute. “Ihr müsst mehr für die kleinen Leute tun” mahnt er noch immer und fordert mehr preiswerte Wohnungen in Königstein und mehr Engagement für die Senioren und die Familien in der Stadt.
Gleich nach dem Krieg gründete Franz Heeg, zusammen mit Karl Dinges den Königsteiner Ortsverein und war fast zwanzig Jahre lang Stadtverordneter in der Kurstadt. Sein besonderes Interesse galt in den 1960er Jahren dem Wohnungsbau, und ohne sein zähes Ringen wären die städtischen Wohnungen in der Falkensteiner Straße und Limburger Straße wohl nie entstanden. Damals kostete ein Quadratmeter Grund, erworben von den Erben der Rothschilds, noch 95 DM. Aber auch die Taunusschule, damals noch Gesamtschule, und das Hilfeleistungszentrum am Kreisel gehen auf sein Konto, ebenso wie der Bau der Le-Cannet-Rocheville-Straße.
Und auch für den Sport hat er sich eingesetzt. Ohne Franz Heeg hätten die Fußballer Königsteins noch lange auf einen eigenen Platz warten müssen. Er war es, der kurzerhand einen Bagger organisierte und in wenigen Wochen aus der Brache am Kreisel weitgehend in Eigenleistung eine Spielfläche machte, für die man sonst hätte drei Jahre schaufeln müssen.
Wenn heute immer wieder nach den Werten des täglichen Lebens gefragt wird, darf Franz Heeg als hervorragendes Beispiel dafür gelten, dass Engagement und Mitmenschlichkeit sinnstiftend sind und den Geist lebendig und wach halten. Franz Heeg hielt vieles für seine Pflicht, was heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist, wollte nie Dank und verweigerte sogar Ehrenabzeichen.
Dafür gilt ihm nicht nur der Dank der Königsteiner Sozialdemokraten, sondern der Dank aller Königsteiner. Sein Jahrzehnte langes Wirken, seine Aufrichtigkeit und seine Bescheidenheit sind ein Beispiel für eine ehrenvolle Teilnahme an der Gesellschaft und in ihr.