Jazz-Benefiz fürs „HdB“ mit Emil Mangelsdorff und Fritz Rau (Königsteiner Woche)

Veröffentlicht am 17.03.2011 in Presse

Fritz Rau und Emil Mangelsdorff

Falkenstein – Am Freitag, 18. März, 20 Uhr, werden im Falkensteiner Bürgerhaus in Königstein die heute schon legendären Vertreter des Jazz, der Konzertveranstalter Fritz Rau und der Saxofonist Emil Mangelsdorff, auftreten und als Zeitzeugen über den Jazz im Dritten Reich, seine Bedeutung und Strahlkraft in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg berichten. Höhepunkte werden vier Solostücke des Altsaxofonisten Emil Mangelsdorff sein. Der Reinerlös kommt dem „Haus der Begegnung“ zugute.

Während des Nationalsozialismus war der Jazz, verleumdet als „Nigger- und Judenmusik“, streng verboten. Jedem, der sich für den Jazz begeisterte, ob man ihm zuhörte oder spielte, drohten lange Haftstrafen. Emil Mangelsdorff, der 1941 mit Freunden den Hot Club Frankfurt gründete, ging für seine Jazzbegeisterung ins Gefängnis der Gestapo und wurde anschließend als „Kanonenfutter“ an die Ostfront geschickt. Erst nach vier Jahren russischer Gefangenschaft kehrte Emil Mangelsdorff 1949 nach Frankfurt zurück.

Ganz anders Fritz Rau. Er stand als damals überzeugter „Hitlerjunge“ zunächst auf der anderen Seite, bevor 1945 für den damals Sechzehnjährigen eine Welt zusammenbrach. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit waren die Folge, bis er kurze Zeit später Jazz, Swing und Blues kennenlernte. Diese Musik „entnazifizierte mir Körper, Geist und Seele“, wie Fritz Rau seine persönliche Entwicklung in den 1950er Jahren in aller Offenheit bekennt.

Von nun an engagierte sich Fritz Rau zusammen mit seinem Partner Horst Lippmann für den Jazz und betreute jahrelang berühmte Musikerinnen und Musiker wie Ella Fitzgerald, Oscar Peterson, Duke Ellington, Ray Charles und viele mehr, auch Emil und Albert Mangelsdorff. Der Jazz und die Biografien dieser zwei großartigen Persönlichkeiten sind Zeugnis und Mahnung zugleich, wohin Gewaltherrschaft am Beispiel dieser damals politisch ganz unterschiedlich geprägten Jugendlichen führen kann.

Der Jazz, als eine Musik der Befreiung und Toleranz, hat nicht nur in den 1950er Jahren Politik und Gesellschaft miteinander versöhnt, sondern darüber hinaus bis heute seine befreiende Kraft erhalten. Dazu haben Fritz Rau und Emil Mangelsdorff unendlich viel beigetragen.

Der Reinerlös der Veranstaltung „Jazz im Dritten Reich“, ausgerichtet von der Königsteiner SPD, soll dem „Haus der Begegnung“ zugute kommen. Das HdB als ein Baudenkmal dieser Zeit des Aufbruchs der noch jungen Bundesrepublik Deutschland könnte vielleicht etwas dazu beitragen, die Kultur des Jazz weiter zu beflügeln. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Karten können unter Telefon 06174/7080 bestellt werden.

 

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