Die SPD Königstein befürchtet, dass seitens der Stadt offensichtlich kein wirkliches Interesse mehr besteht, möglichst bald für einen innenstadtnahen Ersatz des Pflegeheims St. Raphael zu sorgen. Eine andere Erklärung kann der Königsteiner Stadtverordnete Erhard Becker nicht ausmachen, angesichts der ablehnenden Haltung der CDU Mehrheit gegenüber dem Prüfantrag der SPD, einen geeigneten Standort zu finden.
Den Mandatsträgern ständig von laufenden Verhandlungen zu berichten, ist nach Ansicht Beckers nur Augenwischerei. „Inzwischen gibt es viel zu viele Projekte, von denen der Bürgermeister behauptet, dass man in Verhandlung stünde, nur um zu verschleiern, dass sich seit Monaten in der Stadt nichts mehr bewegt.
Erhard Becker hält es für eine Irreführung, dass Bürgermeister Fricke in dieser Sache in Verhandlung mit der Ordensgemeinschaft stünde, denn auch dem Magistrat ist nichts bekannt, was auf eine baldige Lösung hindeuten könnte. Über kurz oder lang werden pflegebedürftige Königsteiner gezwungen sein, zur stationären Pflege in Nachbarorte auszuweichen und ihre Angehörigen, die oft auch nicht mehr ganz jung sind zwingen, weite Wege in Kauf nehmen zu müssen.
Auch die Kreistagsabgeordnete und Ortsvereinsvorsitzende der SPD, Gabriele Klempert, ist besorgt über einen drohenden Notstand in der Bereistellung besonders von stationären Pflegeplätzen. Der im Jugend- und Sozialaussschuß dieser Tage vom Landrat veröffentlichte Altenhilfeplan, der auf Anfrage der SPD vorgelegt wurde, weist für Königstein bis in das Jahr 2012 einen Bestand von 85 Betten aus. Wie das jetzt schon marode Pflegeheim im Jahr 2012 aussehen mag, sei dahingestellt. Aber wenn nicht bald etwas geschieht, so Klempert, dürften diese 85 prognostizierten Pflegeheimplätze im Falkensteiner Haus Raphael 2012 kein vernünftiger Mensch mehr in Anspruch nehmen wollen.
Und so befürchtet sie, müssen pflegebedürftige und gebrechliche Königsteiner wohl bald ihre Sachen packen oder wenn überhaupt möglich, bei ihren Kindern um Aufnahme bitten.