Der große Saal des HdB Kopfschütteln ist zu milde ausgedrückt, meint die Königsteiner SPD. Wir sind, klar ausgedrückt, geschockt über die Art und Weise wie Dr. Wiesehöfer und seine CDU sowie die Mandatsträger der FDP die Magistratsvorlage zum Erhalt des Haus der Begegnung in den Medien und in der jüngsten Ausschuss-Sitzung abgeschmettert haben.
Wollte die CDU noch vor einigen Wochen wenigstens noch den Sockel und damit den Ort des HdB erhalten, fasst man nun wieder Pläne für einen Neubau an ganz anderer Stelle. Doch dazu gab es im Ausschuss weder Zahlen oder wurden Angaben über einen Entwurf bekannt, noch wurde über ein konkretes Grundstück gesprochen. „Die CDU will wieder bei Null anfangen“, kritisiert Hartmut Paulsen die Haltung der Christdemokraten.
Seinen Verzicht auf eine Sanierung des HdB begründete Dr. Philipp Wiesehöfer mit der Behauptung, die Vereine würden darin keine angemessenen Räume erhalten. Bei welchem Vereinsvorsitzenden Dr. Wiesehöfer diese Sorge gehört haben wollte verriet er allerdings nicht.
„Richtig ist“, korrigiert Thomas Villmer - wie Gabriele Klempert ist auch er Mitglied in der ‚Arbeitsgemeinschaft HdB’ den Sachverhalt: „Die Planung des Vereinsbedarfs hat noch gar nicht begonnen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das HdB auch ein Haus der Vereine wird. Und selbstverständlich gehen wir davon aus, dass das neue HdB gut zahlende Nutzer findet. Nur diese können dafür sorgen, dass die laufenden Betriebskosten von geschätzten 150.000 € sogar niedriger ausfallen, was den Vereinen zugute kommen dürfte. Ohnehin ist die Stadt verpflichtet, die Vereine zu fördern und deren Belastungen in Grenzen zu halten. Schließlich wird das HdB als Modell eines sanierten Denkmals und als Niedrigenergie-Haus in ganz Deutschland eine Aufmerksamkeit erzielen, die wir noch gar nicht abschätzen können. Das kann eine Stadthalle, wie sie die CDU plant, mit Sicherheit nicht leisten. Und auch die Kosten für die Sanierung des HdB dürften nicht viel höher liegen als für einen, wenn auch kleineren Neubau. Allerdings wird ein Neubau, wie sich ihn die CDU vorstellt, keine zahlenden Gäste nach Königstein bringen, die die Betriebskosten senken könnten“ fügt Villmer hinzu.
Auch Gabriele Klempert schüttelt den Kopf über so viel Ignoranz der CDU und FDP. Sie kritisiert, dass das Bürgerbegehren zum Erhalt des HdB sowie die vielen positiven Leserbriefe in der Presse und auf der Bürgerversammlung an den Fraktionskollegen der CDU und der FDP offenbar völlig vorbeigerauscht sind und bemängelt das Urteil Dr. Wiesehöfers, wenn dieser das HdB als ein „vermeintlich historisch wertvolles Gebäude“ mit einer „vermeintlich schönen“ Ästhetik beurteilt, so als ob das Landesdenkmalamt und verschiedene Kenner von Architektur, Kunst und Denkmalpflege Hirngespinste verbreiten.
Angesichts des großen Interesses in der Königsteiner Bevölkerung und der jetzt einmalig anstehenden unwiederholbaren brisanten Entscheidung mit Hilfe des Modellprojektes der KfW das HdB zu sanieren, empfiehlt Hartmut Paulsen seinem CDU-Kollegen Dr. Wiesehöfer wenigstens seinen Fraktionskollegen die Freiheit zu lassen, nach ihrem Gewissen zu entscheiden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Fraktionsmitglieder das Votum der Bürger derart missachten wie Dr. Wiesehöfer. Das gleich gilt auch für die FDP, die ebenfalls das HdB als ein Klotz am Bein empfindet und gegenüber dem Votum der Bürger erhaben zu sein scheint.