Kinderbetreuung

Veröffentlicht am 31.08.2011 in Presse

Was braucht Königstein, um ein attraktives Lebensumfeld für junge Familien zu bieten? Klar, Wohnungen und Häuser in einer möglichst breiten Preisspanne, viel Grün, gute Schulen, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und ein zeitgemäßes Angebot an Kinderbetreuung. Zeitgemäß im Sinne von umfassend, also auch für die unter 3-Jährigen, und bezahlbar, damit gerade auch Frauen aus den Familien wieder zurück in den Beruf können, deren verfügbares Einkommen nicht über den von unserem Bürgermeister gern zitierten 100.000 Euro liegt.

Leider, muss man sagen, fehlt hierzu unserer Stadt ein tragbares Konzept und jegliche Fantasie, wie so etwas umgesetzt werden kann. Und so ist die Verwaltung gern bereit, zwar Infrastruktur und Grundstücke aus dem Stadtbesitz zur Verfügung zu stellen und Risiken über Ausfallbürgschaften in Kauf zu nehmen, ohne aber selbst in die Verantwortung für die U3-Betreuung einzutreten. Begründet, natürlich, mit dem Mangel an finanziellem Spielraum. So steht man zunächst mal da, als ob man das Thema voranbringt und auf die berechtigten Interessen aller Bürger eingeht.

Aber was steckt denn dahinter? Der Bedarf für Betreuungsplätze U3 und Ü3 ist Fakt. Und er wird, so von der Stadt bestätigt, auch in den kommenden Jahren in Königstein erhalten bleiben. Dies ist ein sehr positives Zeichen, denn in vielen Regionen sieht es durch den einsetzenden demografischen Wandel in den nächsten Jahren bereits anders aus. Viele Menschen ziehen zurück in die größeren Städte, Königstein hingegen bleibt attraktiv, muss jedoch auch mit anderen Städten konkurrieren. Eine attraktive Kinderbetreuung ist ein deutlicher Wettbewerbsvorteil! Die Erschließung neuer Wohngebiete, nicht zuletzt in Schneidhain, ist vor diesem Hintergrund begrüßenswert. Sollte man da nicht annehmen, die Stadt tue alles, um hier bedarfsgerecht zu analysieren und zu planen, dezentral, also in allen Stadtteilen die Voraussetzungen für ein qualitativ hochwertiges und bezahlbares Angebot zu schaffen, Mittel in allen möglichen Fördertöpfen zu finden und diese fristgerecht zu beantragen, durch den frühzeitigen Dialog mit allen Trägern festzustellen, was von der Kommune erwartet wird und wie ein Gesamtkonzept aussehen soll? Ganz offensichtlich verfolgt der Bürgermeister ein anderes Konzept. So wie es aussieht, ist der bevorzugte Ansatz der Verwaltung, sich aller Diskussionen und Planung zu enthalten, durch zu späte Information der städtischen Gremien einen Entscheidungsdruck aufzubauen, und letztlich das Problem als ein rein privates zu definieren. Im Endeffekt also Kinderbetreuung für die, die sie sich leisten können und nicht für die, die sie brauchen. Andere Städte denken da mittlerweile ganz anders, dort werden die Träger, die Eltern und vor allem zunehmend auch Unternehmen mit einbezogen. Denn dass alle mitunterstützen müssen, ist auch klar. Doch von den 7 öffentlichen Kindergärten in Königstein sind bereits 5 in kirchlicher Trägerschaft und nur noch 2 in städtischer und es gibt einige private Betreuungseinrichtungen. Wie diese sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen können, mit dem Königstein werben kann, ist nicht ersichtlich.

Die Stadt ist in der Pflicht, Engagement für die Kinderbetreuung zu zeigen und Ideen vorzubringen. Dieser Pflicht kann sie sich nicht einfach dadurch entledigen, dass sie sich ausschließlich auf die privaten Initiativen verlässt, so begrüßenswert sie im Einzelfall sein mögen. Derzeit leistet sie zum U3-Betreuungsangebot keinen Beitrag. Städte, mit denen Königstein im Wettbewerb um Familienansiedlung und damit Entwicklungsperspektiven steht, tun hier mehr. So angreifbar der Vergleich sein mag: Die Stadt Frankfurt, finanziell nun auch nicht gerade auf Rosen gebettet, hat in den letzten Jahren die Anwerbung, Ausbildung und Einstellung von Erzieherinnen und Erziehern für die U3-Betreuung sehr deutlich ausgeweitet. Sie sieht dies als ihre Aufgabe und als wichtige Maßnahme gegen die negativen demografischen Trends. Sie verlässt sich in der Personalentwicklung für diesen Bereich nicht allein auf private Träger, die es dort natürlich auch gibt. Richtig an dieser Frankfurter Politik ist die Erkenntnis: Die Stadt, nicht private Träger ist in der gesetzlichen Pflicht, und sie bleibt es übrigens auch dann, wenn private Träger wegbrechen. Deswegen muss die Stadt ein Konzept zu der Betreuungsfrage entwickeln und selbst auch als Akteur in der Kinderbetreuung in Erscheinung treten.

Eine Verwaltung, die mehrere Millionen über Budget für die Renovierung des HDB genehmigt bekommen möchte, die eine teure Verlegung des Betriebshofes plant und die ein weiteres finanzielles Engagement für das Kurbad vorschlägt, ohne eine realistische Finanzierung vorstellen zu können, diese Verwaltung stellt ansonsten fest: für eine U-3 Betreuung hat die Stadt kein Geld! Da passt etwas nicht zusammen.

Um es klarzustellen, die SPD in Königstein ist vor allem den Interessen unserer Stadt verpflichtet und sie wird im Interesse der Familien und Kinder jedes bezahlbare Konzept mittragen, das zu einer echten Verbesserung der Situation führen kann. Aber der Ball liegt klar bei der Verwaltung, wir warten auf ein Konzept und wir warten nach wie vor auf ein Modell, mit dem die Stadt ihr Interesse an dem Thema deutlich macht und eine Lösung vorschlägt, die ihrer Verantwortung gerecht wird. Wenn dies deutlich wird, wird die SPD auch einer Zwischenlösung zustimmen, die zumindest kurzfristig eine Entspannung der Situation herbeiführt, solange das soziale Gleichgewicht durch die Stadt für die Familien, die auf diese wohnortnahe Betreuung angewiesen sind, gewährleistet wird. Denn, aus der Verantwortung für ein Königstein, das attraktiv für junge Familien ist, kann und darf sich die Stadt nicht verabschieden.

 

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