Die SPD zeigt sich erfreut, dass nun auf den letzten Metern des Kommunalwahlkampfs auch die ALK steigende Miet- und Immobilienpreise als Problem in Königstein erkennt. In der vergangenen Legislaturperiode sei sie eher dadurch aufgefallen, neuen Wohnraum verhindern zu wollen, als einen Beitrag zur Linderung des Immobilien- und Mietpreisproblems zu leisten. Auch ist die SPD von der jüngst deutlichen Unterstützung der ALK für das Projekt der Heuckeroth-Stiftung überrascht. Im vergangenen Jahr habe die ALK noch versucht, die Änderung der Stellplatzsatzung der Stadt zu verhindern, wodurch die Stiftung ihr Bauvorhaben in der Bischof-Kaller-Straße in der vorgesehenen Form und zu entsprechenden Preisen nicht mehr hätte durchführen können. Auch zuvor sei die Standortsuche der Heuckeroth-Stiftung konsequent erschwert worden, und so habe der ursprünglich vorgesehene Standort in der Theresenstraße nicht realisiert werden können, was den Start des Baus um mehrere Jahre verzögert habe.
Für die SPD in Königstein müsse jedoch das Thema bezahlbares Wohnen konsequent in der kommenden Legislaturperiode vorangetrieben werden, um Wohnraum für „Normalverdiener“ zu schaffen. Fakt ist, dass Königstein derzeit nach Bad Soden und Frankfurt die höchsten Durchschnittsmieten im Rhein-Main-Gebiet hat. Auch die Immobilienpreise in Königstein seien selbst für Familien mit hohem Einkommen, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen, kaum noch leistbar. Verzögern und Verhindern könne sich die Stadt daher nicht mehr leisten.
Die SPD möchte daher durch die Schaffung von neuem bezahlbarem Wohnraum und den Erhalt insbesondere von städtischem Wohnraum dem Problem begegnen. Dabei müssten einerseits städtische Grundstücke baulich nutzbar gemacht werden und möglichst in Kooperation mit Genossenschaften oder öffentlich-rechtlichen Wohnungsbaugesellschaften entwickelt werden. Auch bestehende Gebäude, wie das Altenwohnheim in der Georg-Pingler-Straße, sollten aus Sicht der Kurstadt-SPD saniert werden, um im Markt für niedrige Mieten Linderung herbeizuführen. In Bezug auf neu entstehende Wohngebiete durch private Entwickler müsse die Stadt aus Sicht der SPD auf die Einräumung von Belegungsrechten oder entsprechenden Quoten für bezahlbaren Wohnraum bestehen, um auch so vergünstigt Wohnraum vergeben zu können. Auch bei bestehenden Wohnungen, die aus der Sozialbindung fallen, könne die Verhandlung über Belegungsrechte eine Maßnahme sein, um deren sozialen Nutzen für den Wohnungsmarkt zu sichern.
Die SPD werde sich daher in diesem Sinne dafür einsetzen, dass bezahlbarer Wohnraum in Königstein tatsächlich geschaffen wird – statt dies lediglich anzukündigen.