Die SPD Königstein ist entsetzt über den klammheimlichen Bau des Sendemastes der Firma O2 an der Sodener Straße, gleich neben der KVB-Klinik und am Eingangstor nach Königstein und fordert alle Beteiligten auf, die Arbeiten einzustellen und schnellstmöglich einen anderen Standort für den Sendemast zu finden.
“Auch wenn juristisch anscheinend alles ordnungsgemäß abgewickelt wurde, ist die Genehmigung Bad Sodens, bzw. des Main-Taunus- Kreises ein äußerst unfreundlicher Akt gegenüber dem Nachbarn Königstein”, empört sich die Vorsitzende der SPD Gabriele Klempert. “Das sind Wildwest Methoden übelster Art, die jede Rücksichtnahme gegenüber den Bürgern Königsteins und ihren Gästen vermissen lassen”.
Wenn sich die Stadt Bad Soden auf die Rechte des Unternehmens O2 beruft, die ihre Sendeanlagen angeblich überall hin bauen dürfe, ist das nicht stichhaltig, denn das Grundstück musste erst einmal erworben werden. Auch die Begründung, dass jeder gern das Handy benutzen möchte, genügt nicht als Argument, um ausgerechnet direkt neben eine Klinik und vor eine einmalige Taunuskulisse in einem Wald- und Wandergebiet einen derartigen Sendemast zu installieren.
Dass Königstein sich vor zwei Jahren gegen einen Sendemast auf dem Hardtbergturm aussprach, war kein unfreundlicher Akt, sondern galt der Rücksichtnahme gegenüber den Patienten der Klinik. Auch wenn bis heute angeblich keine Belege über Strahlenschäden vorliegen, dürfte ein Sendemast für erhebliche psychische Belastungen bei den Herzpatienten der KVB-Klinik sorgen und die Attraktivität der Klinik gewaltig mindern.
Bad Soden wäre Sturm gelaufen, stünde ein Sendemast gleich neben dem Krankenhaus, und nicht ohne Grund wird Bad Soden die Genehmigung am äußersten Zipfel ihrer Gemarkung erteilt haben. Nun hat Königstein den Schaden und Bad Soden den Gewinn.
“Warum hat es keine Abstimmungen zwischen den Bürgermeistern und Verwaltungen gegeben, wo man sich ansonsten wegen viel geringerer Dinge kommune- und landkreisübergreifend verständigt”, fragt sich der Fraktionsvorsitzende der SPD Hartmut Paulsen, “oder hat hier möglicherweise in der Endphase der Fricke-Ära die Kommunikation mit Königstein nicht mehr funktioniert, wenn es heißt, man habe den Standort mit den Kommunen abgesprochen?”
Sollte es der Politik und den Juristen nicht gelingen, hier schnell zu einer vernünftigen Einigung, d.h. zu einem geeigneteren Standort kommen, helfen unter Umständen nur massive Bürgerproteste, oder auch ein wirtschaftlicher Boykott der Firma O2, die diesen Standort und dieses scheußliche Bauwerk letztlich zu vertreten hat.