Leben in Königstein: Bewährtes mit Neuem verbinden

Veröffentlicht am 11.11.2000 in Presse

„Leben in Königstein“, unter diesem Motto stand am vergangenen Donnerstag eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung im Nikolauskeller der Villa Borgnis, die besonders den Interessen der älteren Menschen, der Kinder und Jugendlichen galt als auch der Kultur gewidmet war.

Dazu eingeladen hatte die SPD-Königstein die ehemalige Sozialarbeiterin der Stadt Christine Hopp und Stefanie Laudan, Mutter zweier Schulkinder, den Kulturjournalisten Ulrich Boller sowie den Buchhändler Thomas Schwenk.

Christine Hopp forderte unter anderem eine „offene Altenhilfe“, die unbürokratisch und schnell älteren Menschen Hilfe anbietet. Diese geht vom Ausfüllen von Anträgen, der Abwicklung von Geldangelegenheit bishin zu einer Art Kontaktbörse.

Für Familien mit Kindern forderte Stefanie Laudan mehr bezahlbaren Wohnraum und beklagte, dass die Jugendlichen Königsteins zwar mehrheitlich mit allen Konsumgütern versorgt seien, aber wegen fehlender Verkehrsverbindungen nur selten die Angebote der Stadt wahrnehmen können. Wenig attraktiv sei das Jugendhaus, da ein bestimmtes Minderheiten-Klientel dort das Sagen hätte. Gabriele Klempert, die die Diskussion leitete, provozierte die nicht anwesende Jugend mit der ironischen Forderung „man müsse das Jugendhaus eigentlich schließen, damit die Jugend es sich erneut schaffen kann“. Damit sich die Jugend überhaupt politisch engagiere, müsse die Politik allerdings weniger theoretisch äußern, ergänzte Stefanie Laudan.

Evelina Ebeling (SPD), Vorsitzende des Jugend- und Sozialausschusses, wünschte sich darüber hinaus, dass mehr behinderte Kinder und Jugendliche in das Angebot integriert werden sollten und auch ein Waldkindergarten, so bedauerlich es ist, dass ein solcher erfunden werden muss, verdiene jede kommunale Unterstützung.

Einleitend zum Thema „Kultur in Königstein“ meinte Ulrich Boller, dass die Kulturveranstaltungen der Stadt mehr Aufmerksamkeit und häufigere Besuche durch die Politiker erfahren sollten und forderte, dass die Kultur nicht nur konsumieren sei, sondern aktiv betrieben werden müsse. Dazu bedarf es allerdings geeigneterer Räume und einer Wahrnehmung und Förderung besonders der neuen Aktivitäten unter Erhalt der bestehenden Vielfalt. Überhaupt, betonte Boller, müsse das durchaus vielfältige Kulturangebot der Stadt besser dargestellt und bekannter gemacht werden.

Das Leitmotiv von Thomas Schwenk war, die kulturrellen Vorzüge dieser Stadt auch überregional zu vermitteln und den zahlreichen Gästen Königsteins, würde er gern die Geschichte des Ortes mit Hilfe von Tafeln und Schildern an denkmalwürdigen Häusern der Stadt vermitteln. Darüber hinaus seien z. B. auch Klinken der Stadt für Lesungen geeignet und ist sich sicher, dass dazu bekannte Autoren gewonnen werden können und der Buchhändler weist auch auf die Gelegenheit hin, im kommenden Jahr 150 Jahre Kur in Königstein geeignet zu feiern.

Dieter Vollmer (SPD), Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, vertrat daraufhin die Idee, eine halbe Planstelle einzurichten, die mittel- und langfristigt eine „Kulturkoordination“ betreiben solle.
Auch die Burg bietet weit mehr Möglichkeiten, als zur Zeit dort realisiert werden, ohne dass man der Anlage schadet. Dabei sind auch kleinere Veranstaltungen geeignet, Königsteiner und Gäste aus dem Umland zusammenzubringen.

Nachdem auch die Gäste des Abends sich zahlreich zu Wort meldeten, brachte Thomas Schwenk den Nutzen der reichen Königsteiner Geschichte und Kultur auf den Punkt: „die Stadt ist wegen der vielen Fremden, die seit altersher hier „durchziehen“ ein „Durchlauferhitzer“. Von diesen „Durchreisenden“ zu lernen und ihnen Königstein als einen Ort lebendigen kulturellen Lebens zu präsentieren, ist ein Fundus, der noch lange nicht ausgeschöpft ist.“

 

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