Rückbau des HdB?

Veröffentlicht am 27.03.2008 in Presse

„Unter den drei CDU-Alternativen zur Sanierung des Haus der Begegnung (HdB) ist keine einzige, die für uns akzeptabel wäre“, bewerten die Königsteiner Sozialdemokraten die jüngsten Vorschläge der Christdemokraten.

„Zwar begrüßen wir die Einsicht der Christdemokraten, den Willen der Königsteiner Bevölkerung auf Erhalt des HdB und damit den Erhalt eines Saales sowie verschiedener Vereinsräume noch einmal überdacht zu haben. Aber das Ergebnis lehnen wir ab“, meint die Vorsitzende der SPD, Gabriele Klempert. „Für uns kommt weder ein Neubau an anderer Stelle noch ein Verzicht auf das HdB in Frage. Auch die neueste Idee, das HdB bis auf den Sockel abzureißen und darüber einen neuen Saal zu errichten, ist völliger Unsinn. Ein solcher „Rückbau“ käme einem Komplettabriss gleich und hätte, abgesehen vom Standort, mit dem heutigen HdB nichts mehr zu tun.

„Wenn die CDU den Saal und die Fensterfront abreißen will, zerstört sie das Beste, was das HdB hat. Der Rest wäre, wie dies die Zeichnung der Alternative I bereits andeutet, eine gesichts- und geschichtslose Supermarktarchitektur“ kritisiert Klempert den CDU-Plan. „Ich weiß nicht, warum die Christdemokraten die architektonische Qualität des HdB, trotz zahlreicher Bestätigungen verschiedenster Fachleute, einfach nicht wahrhaben wollen?

Auch dieses Mal legt Dr. Wiesehöfer das Denkmalschutzgesetz wieder falsch aus. Zwar gilt für das HdB eine Abrissgenehmigung, dennoch bleibt es ein Denkmal und zwar so lange, bis nichts mehr davon übrig ist.

Ebenso fragt sich der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hartmut Paulsen, woher Dr. Wiesehöfer die Erkenntnis ableitet, ein saniertes HdB sei in der Unterhaltung zu teuer? Bislang hat sich das Haus trotz bewusst durchgeführter massiver Verwahrlosung finanziell leidlich über Wasser gehalten. Es scheint mir eine Milchmädchenrechnung, rund 4,5 Millionen Euro in einen Rückbau zu stecken, wenn dieser nur 25% Prozent günstiger sein soll als ein saniertes HdB. Außerdem würde ein derartiger Teilabriss weitere Kosten in unbekannter Höhe verursachen“ bezweifelt Paulsen die Seriosität des Rechenmodells der CDU.

„Auch die CDU-Drohung, die Betriebskosten seien zu hoch, entbehrt jeder Grundlage“, ergänzt Thomas Villmer von der SPD und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft HdB die Sachlage. „Die CDU lässt völlig außer acht, dass eine Niedrig-Energie-Sanierung, wie sie zur Zeit geplant und von der KfW gefördert wird, enorme Heizkosten und damit Betriebskosten spart. Darüber hinaus dürfte ein Vorzeigeobjekt einer sanierten, denkmalgeschützten Architektur der 1950er Jahre, von denen in Deutschland nur wenige erhalten sind, ganz neue Besucherkreise anziehen. Welche das sein können, ist noch zu prüfen und Basis eines detaillierten Nutzungskonzepts „Ein solches liegt aber zur Zeit noch gar nicht vor“ betont Villmer und fragt sich, über welches Zahlenwerk Dr. Wiesehöfer verfüge, wenn er jetzt schon die Betriebskosten als zu hoch erklärt.

„Wenigstens sollten die zwei Millionen Euro aus dem Verkauf des Sportplatzes nicht in einen fragwürdigen Rückbau fließen, sondern zusammen mit den einmalig günstigen Krediten, die die KfW in ihrem Niedrig-Energie-Modellvorhaben der Stadt anbietet, für die Sanierung des HdB zur Verfügung stehen“ lautet das Fazit der SPD. „Und außerdem sollte dieses Verfahren erst einmal bis zu Ende geprüft und gedacht werden, bevor man mit abstrusen Optionen an die Öffentlichkeit geht. Die CDU ist gut beraten, wenn sie sich darauf konzentriert und ihre Mitarbeit für die bestehende Option nicht länger verweigert.

 

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