Nicht nur wegen des nun besiegelten Weggangs von Kur-Geschäftsführer Reiner Kowald, wollen die Königsteiner Sozialdemokraten mit ihrem Koalitionspartner CDU und Bürgermeister Siegfried Fricke unabhängig von der Kommunalwahl eine umfassende Diskussion zur Neuordnung des Bereiches Kultur führen.
"Sondern weil sich eine bereits von Bürgermeister Fricke angesprochene Neuordnung in der Aufgabenverteilung zwischen der Kur-GmbH und der Stadt geradezu aufdrängt", meint SPD-Vorsitzende Gabriele Klempert. Die große Lücke, die Rainer Kowald hinterläßt, ist nicht einfach mit der Einsetzung eines neuen Geschäftsführers zu schließen. Dieses Thema muß rasch angegangen werden, und dürfe keinesfalls bis auf Zeiten nach der Kommunalwahl hinausgezögert werden.Dazu schlägt die SPD vor, ein eigenständiges Amt einzurichten, in dem alle kulturellen Aufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit zusammengefaßt werden.
In der Vergangenheit habe sich auch gezeigt, dass die Aufgaben, die der Kur-GmbH zur Zeit noch obliegen, zu unterschiedlich sind, um mit gleichem Maß gemessen zu werden. "Vor allem der Bereich Kultur darf nicht, wie häufig geschehen, nur nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden", meint Klempert. Nicht nur aus diesem Grund empfehlen die Sozialdemokraten eine Neuverteilung der Aufgaben und wollen verhindern, dass der wichtige Bereich Kultur weiterhin auf mehrere Ämter und die Kur-GmbH verteilt wird. Dabei könnten weitere Synergieeffekte entstehen und auch manche Vereinsvertreter wären froh, auf klare Zuständigkeiten zu stoßen, so Klempert weiter. In einem eigens dafür geschaffenen Amt könnten nach dem Vorschlag der Sozialdemokraten nicht nur alle kulturellen Aufgaben sowie eine Pressestelle angesiedelt werden, sondern auch ein von der SPD gefordertes Gremium für Stadtmarketing. "Das sind alles wichtige Aufgaben, die bislang auf zu vielen Köpfen verteilt waren", stellt Klempert fest.
"Wir bieten der CDU und Herrn Bürgermeister Fricke an, die Lösung der durch den Weggang von Reiner Kowald nun offenzutage getretenen Probleme so schnell wie möglich in gemeinsamen Gesprächen voranzutreiben", erklären die Sozialdemokraten. Eine Neuordnung dieser Aufgaben müsse vor allen personellen Entscheidungen erfolgen, weil sie eine Nahtstelle Königsteiner Politik sind und von so weitreichender Bedeutung, dass sie nicht bis nach der Kommunalwahl aufgeschoben werden dürfen.