SPD Königstein gegen neuen Kulturfonds

Veröffentlicht am 14.03.2007 in Presse

Mit der Gründung eines regionalen Kulturfonds-Frankfurt Rhein-Main wird den Kommunen nicht nur Geld, sondern auch wieder ein Stück Handlungsspielraum entzogen. Das fürchtet die Königsteiner SPD und wendet sich entschieden gegen das Vorhaben des Landes, einen Kulturfonds mit einem Umlagebeitrag aller Kommunen zu finanzieren.
„Kulturpolitik entwickelt sich aus dem kulturellen Schaffen aller Bürger, aus ihnen erwachsen die Voraussetzungen für sogenannte kulturelle Leuchttürme“, meint Gabriele Klempert und ergänzt, “kulturelle Aktivitäten zu fördern und zu gestalten ist Sache der Kommunen. Sie brauchen Entscheidungsspielräume und die finanziellen Mittel dazu vor Ort“.

Zur Zeit ist das kaum noch möglich. Viele Gemeinden sehen sich angesichts leerer Kassen seit Jahren gezwungen, ihre Kulturetats drastisch zu kürzen. Kaum ein Bürgermeister kann seine Vereine ausreichend fördern, Bürgerhäuser erhalten, Denkmäler pflegen und Kulturveranstaltungen anbieten, geschweige denn Mittel für neue Aktivitäten freimachen. Auch eine bessere Koordination und Gesamtdarstellung des Kulturangebots im Hochtaunuskreis wäre durchaus zu begrüßen.

Wenn Landrat Jürgen Krebs aus dem Säckel seiner Kreisumlage für jeden Bürger 2,50 Euro in einen regional viel weiter gefassten Kulturfonds einzahlen will, bzw. 50 Cent in die Gesellschaft Kulturregion Rhein-Main, dann wird er den Kommunen nur scheinbar etwas Gutes tun. Denn mit diesem Geld sollen, so der Wunsch aus Wiesbaden, Großveranstaltungen und Leuchtturmprojekte wie z. B. die Saalburg, der Hessenpark oder das Kronberger Cello-Festival im Rhein-Main-Gebiet gefördert werden.

Es steht zu fürchten, so Gabriele Klempert, dass das Geld der Gemeinden, beeinflußt von Wirtschaft und Eventmanagern, für Prestigeobjekte ausgegeben wird, von denen die Gemeinden wenig oder gar nichts haben.

Die Finanzierung von Leuchttürmen und Großveranstaltungen sei Sache des Landes und der Wirtschaft, so die SPD Politikerin, die zudem eine ordentliche Analyse vermißt, welche einem Kulturförderungsmodell vorausgehen sollte.

Statt in unklare Kulturfonds zu investieren, sollte der Kreis die Fördergelder lieber den Kommunen geben und diese entscheiden lassen, ob und in welchem Umfang man sich an künftigen Projekten bzw. an der Gesellschaft Kulturregion Rhein-Main beteiligen will.
Neue Entscheidungsgremien und neue Posten mit entsprechendem Verwaltungsaufwand sind überflüssig.

 

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